Carta – Politik für Akademiker
Das Berlin Institute hat mit Carta ein neues Blog, mit möglicherweise neuem Konzept an den Start gebracht. Es ist eine Art Mehr-Autoren-Blog oder “Netzwerk-Syndikat für Analyse und Meinungsbildung” wie es in der Eigendarstellung heisst. Bei der selbst gewählten Zielgruppe ist man nicht zimperlich und zielt auf Akademiker zwischen 25 und 55 ab. Im Moment ist für mich die Frage, ob man deren Anspruch in den Texten gerecht werden will oder es nur eine Ansage an potentielle Werbekunden ist. Warten wir es ab, interessant finde ich andere Dinge.
In Carta wird das Potential gesehen, eine Art deutscher Huffington Post zu werden. Könnte sein. Ob sich das aber nur mit der Zielgruppe “Akademiker” hinbekommen lässt? Begrüssenswert ist auf alle Fälle der Anspruch mehr Hintergrund in den Texten zu haben, das hört sich mit “Steigerung des Niveaus aktuell-gesellschaftlicher Informationsverarbeitung” nur reichlich verklausoliert an.
Die Frage, die ich mir stelle ist, warum Carta sich explizit im Umfeld der Blogs ansiedelt.Der Übergang vom Weblog zum Journal ist eh schon fliessend. Das einzige was mich bei Carta an ein Blog erinnert, ist die Verwendung von WordPress als CMS. Das soll kein Nachteil sein, klar erkennbar ist aber, dass sich Carta eher gegen die Online-Ausgaben traditioneller Printmedien, als gegen die sog. Blogosphäre positioniert. Im Prinip aber auch egal, Inhalte zählen mehr als Buzzwords. Egal ob nur für Akademiker oder nicht, gute Politikblogs sind eigentlich überfällig. Mal sehen was sich zukünftig im Schnittpunkt von Politik, Ökonomie und Medien an Themen bietet.
Apropos Print. Nichterschienen ist ein Journal, in dem Autoren ihre Artikel online veröffentlichen können, die aus den diversesten Gründen, bei den grossen Medien nicht erscheinen konnten. Eine witzige Idee.
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