Neue Öko Community: oekofans.de
Die muss man natürlich gleich ausprobieren, was leider viel zu schnell erledigt ist. Sjörn findet die Handhabung intuitiv, ich würde sie als übersichtlich bezeichnen, was schlicht an der geringen Funtionalität liegt. Das kann noch mehr werden und muss es wahrscheinlich auch, alleine die Flucht in die Öko-Nische reicht wohl nicht. Geht es nur ums Netzwerken, gibt es, angefangen mit Xing bis zu Facebook, schon genug Plattformen mit der notwendigen Technik im Hintergrund. Was oekofans.de vielleicht auch noch fehlt ist die Expertise für “Ökos” sprechen zu können, wenn die mal da ist, kann es sich in das übersichtliche Feld der Öko/Bio/Social Networks einreihen. Aber der Weg wird wahrscheinlich steinig sein. An der grünen Vorzeigeplattform utopia.de kann man sehen wie schwierig er ist.
Während andere Networking Seiten mit Benutzerzahlen jenseit der Millionen prahlen, freut man sich über 25.000 Utopisten. Eine beachtlich klingende Zahl, die aber auch zeigt, dass da Luft nach oben ist. Geht man von einem Anteil 30% LOHAS-affiner Menschen aus und nimmt die 1,2 Mio Benutzer von Facebook als online-networking-bereite Gruppe an, dann läge die Zielgruppe bei 400.000 Benutzern. Da ist also auch noch Platz für Mitbewerber.
Fraglich ist allerdings mit welchem Konzept die noch schlummernden Potentiale genutzt werden können. Bei oekofans.de habe ich da im Moment noch meine Zweifel. Die Funktionalität, die dort geboten wird, lässt sich relativ schnell auch an anderer Stelle implementieren. Das Content-Manangement-System Drupal oder noch viel mehr, das aufs Social-Networking ausgerichtete elgg, lassen solche Seiten in Wochenfrist im Internet erscheinen. Wem der eigene Server nicht geheuer ist, der greift auf Plattformen wie z.B. bei Ning zurück, damit ist das soziale Netzwerk wirklich nur ein paar Mausklicks entfernt.
Was oekofans.de im Moment noch fehlt sind vor allem drei Dinge. Mehr Benutzer, die aber wahrscheinlich erst dann kommen wenn die “Szene” die notwendige Expertise erteilt hat. Schlussendlich Inhalte, die für Ökos interessant sind, ob von einer Redaktion oder den Benutzern selbst ist eine Frage der Kapitaldecke. Vielleicht hilft es vorerst auch ein wenig die Werbetrommel zu rühren, denn neue Konkurrenz naht.
[via interview-blog]
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Reto schreibt:
Die Plattform scheint nur ein eingefärbtes youcoob.de zu sein. Trittbrettfahrer …
Michael Wenzl schreibt:
@Reto:
Ist der selbe Betreiber, ein anderes Design hätte es aber ruhig sein dürfen.
Kirsten schreibt:
Was sind Inhalte, die für Ökos interessant sind? Irgendwie scheint mir, es geht immer nur um Nutzwert. Was den Unterschied macht und – toi toi toi – auch mehr Publikum anzieht, ist doch auch der ein oder andere kluge Gedanke. Mehr noch: ein bisschen Mut zur steilen These. Das mag ich übrigens an Bioemma.
Wer hat bloß die 30 Prozent Lohas erfunden? Die Toskana-Fraktion gab es schon immer und die ist sicher kleiner….
Michael Finger schreibt:
Wobei die Frage ist ob sich solche Randgruppen, wirklich auf einer eigenen Plattform treffen möchten. Den man hat ja auch noch andere Interessen und schaut sicher mal gerne über den Tellerrand hinaus, was bei so Plattformen wie xing oder Facebook einfacher ist, da dort viele verschiedene Menschen zusammen kommen.
Wobei es sicher auch auf den Inhalt ankommt, keine Frage, aber da sehe ich im Moment kaum das man sich von einander abhebt, es scheint ehr so das man sich immer mehr angleicht.
MfG
Michael finger
Holztechniker
Michael Wenzl schreibt:
@Kirsten:
)
Was wenn der Nutzwert sollte denn einen Nutzer dazu bringen so eine Webseite zu besuchen? “Netzwerken” kann man auch anders und eben der kluge Gedanke fehlt mir, zumindest im Moment noch.
(Meine Erfindung sind die 30% nicht
@Michael Finger:
Grundsätzlich gibt es schon einen Platz für Nischenanbieter neben den Platzhirschen. Nicht jede(r) mag die grossen Plattformen oder will vielleicht lieber erst in kleinem Rahmen üben. Bei Diskussionsforen haben sich z.B. über die Zeit, auch die durchgesetzt, die sich thematisch beschränkt haben.
Günter Ellis schreibt:
Vielen Dank an alle Blogger, die sich so schnell dem Thema angenommen haben.
Wir müssen bei oekofans noch eine Menge Arbeit leisten, aber jeder Anfang ist steinig.
Zum Thema Lohas kann ich nur sagen, viele “Ökos” kennen den Begriff überhaupt nicht bzw. können sich nicht damit anfreunden. Wir “alten Öko-Hasen” haben ja erst das Bio mit dahin gebracht, wo es jetzt ist. Das Bio nun den Sprung aus der Nische schafft ist sehr erfreulich. Ob aber die Qualität dieselbe ist, das wird die Zukunft zeigen.
Das Bio-Thema hat auf jeden Fall den Vorteil, daß Menschen sich über Ihre Lebensmittel und Ihre Umwelt Gedanken machen.
Günter Ellis – Gründer von oekofans.de