Ein erstes Resüme
Zwei Wochen ist die Liste der nachhaltigen Blogs und Journale jetzt alt und die Anzahl der enthaltenen Webseiten hat sich seitdem verdoppelt. Damit einhergehend hat sich natürlich auch mein Horizont erweitert. Darum geht mein persönlicher Dank an alle, die Webseiten vorgeschlagen haben oder mich auf Themenbereiche aufmerksam gemacht haben, die fehlten.
Neben Vorschlägen bzgl. Blogs gab es auch grundsätzliche Ideen was mit so einer Liste passieren und wie eine Weiterentwicklung aussehen könnte. Klar, es gab auch Kritik, die war i.d.R. konstruktiv und berechtigt, nur ein paar SEO Hansel waren beleidigt weil ihre Vorschläge abgeschmettert wurden. Sechs Webseiten bzw. Blogs, die in den Kommentaren vorgeschlagen wurden und (noch?) nicht in der Liste auftauchen, stehen auf einer Art Warteliste um zu sehen wohin sich die Inhalte entwickeln und ob evtl. weitere Fürsprecher auftauchen.
Damit wären wir auch gleich bei der Aufarbeitung der Kritik, die ich hier zusammenfassen will, da der überwiegende Teil der Diskussion per Mail und Jabber bzw. Skype ablief und damit ausser mir niemand alles mitbekam. Wobei ich nicht ausschließen will, dass unabhängig davon nicht auch diskutiert wurde.
Die Kritik beschränkte sich im wesentlichen auf zwei Aspekte: Den Begriff „Nachhaltigkeit“ und das Auswahlverfahren. Meine persönliche Bewertung des Begriffs „Nachhaltigkeit“ habe ich schon einmal versucht zu beschreiben. Kurz gesagt bedeutet „Nachhaltigkeit“ für mich die Weiterentwicklung ökologischer und sozialer Prinzipien auf die Bereiche Wirtschaft und Politik. Das ist sehr subjektiv und wahrscheinlich auch angreifbar. Für die Liste ist das aber eigentlich egal, man hätte sie wahrscheinlich auch „LOHAS“-, Klima-, Grüne-, oder Bio-Liste nennen können und wäre einer Begriffsdiskussion ebenfalls nie gerecht geworden. Es geht meiner Meinung nach auch nicht darum, den Begriff „Nachhaltigkeit“ über Webseiten zu definieren oder umgekehrt zu sagen, dass Webseiten nachhaltig sind, nur weil sie in der Liste stehen.
Womit wir zum Auswahlverfahren kämen. Das ist höchst subjektiv und kann anecken. Das Problem ist aber, dass es mir an vertretbaren objektiven Kriterien mangelt die man anwenden könnte. Betrachte ich mir die vorgebrachte Kritik genauer, dann geht es im Kern auch gar nicht darum Kriterien dafür zu finden, sondern schlicht um die Frage der Wahrhaftigkeit, die man möglicherweise für sich aber nicht für andere beantwortet sieht. Z.B. gab es Stimmen gegen professionelle, redaktionell betreute Webseiten und auf der anderen Seite wurde „Hobby“-Schreibern die Legitimation angezweifelt. Genauso war es mit den „zu speziellen“ Blogs und den Gemischtwarenläden, den Blogs mit und denen ohne Werbung. Für sich vorgebracht kann man dem allen folgen, hätte in der Konsequenz dann aber eine leere Liste. Diese war aber notwendig, weil es darum ging bei rivva grüne/öko/nachhaltige Themen abzubilden – allein darum ging es ursprünglich.
Eine (Be-) Wertung der Webseiten findet dadurch nicht statt. Im rivva tauchen sie auf wenn sie verlinkt werden, je häufiger das geschieht umso besser ist die Reputation. Die „Macht“ eine Webseite zu einem Leitmedium zu machen liegt in der Hand der Autoren. Denen, die Artikel schreiben, die von anderen Blogs aufgegriffen werden und denen die in ihren Artikeln zu Quellen oder thematisch ähnlichen Artikeln verlinken. Am Verlinken mangelt es mir generell, das gilt aber nicht nur in der „nachhaltigen“ Szene. Mir ist es unverständlich wie man aus so einer einfachen Sache, wie dem Setzen eines Links ein Drama machen kann, das sich durch Zu- bzw. Abneigung und manchmal einfach Ignoranz entscheidet.
Bei aller Kritik, viel wichtiger ist , das was sich daraus entwickelt hat und noch entwicklen kann. Für viele dürften sich neue Blogs aufgetan haben und neue Kontake hergestellt worden sein. Wer weiß vielleicht kommt das Blogwichteln auch noch ans Laufen. Bisher verzögert es sich bei einigen wegen akutem Zeitmangel bzw. daran, dass der Interviewpartner noch nicht geantwortet hat.
Es gab auch mehr oder weniger konkrete Vorschläge was man an noch weiteren Dingen unternehmen könnte um dem Thema Nachhaltigkeit mehr Öffentlichkeit zu verschaffen und für eine bessere Vernetzung der Autoren zu sorgen. Dazu mehr später.
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Christoph Harrach schreibt:
danke michael für dein engagement
wenn du für irgendetwas hilfe benötigst, sag einfach bescheid …
LG
Christoph
Michael Wenzl schreibt:
@Christoph:
Wg. Hilfe besser gesagt einer Frage, habe ich mich per skype gemeldet.
Keine Ursache
Listen, Suche und Aggregatoren – Bio Emma schreibt:
[...] hatte ich gehofft nach dem Abhandeln der Kritik, würde sich automatisch etwas Struktur in den per Mail und IM diskutierten Themen ergeben. [...]
Frank Westphal schreibt:
Kurzes Feedback aus dem Rivva HQ:
Die initiale Liste hab ich sofort crawlen lassen, die Neuzugänge stecken momentan in einer Warteschlange, aus der sich mein Bot nach und nach bedient.
Ganz großen Respekt noch mal für Deine Initiative, Michael!
Die entscheidende Frage ist nu, ob sich ein eigenständiges Ressort Nachhaltigkeit (aka ein grüner Rivva) tragen könnte. Oder ob sich die Themen vorerst unter einer der vorhandenen Kategorien subsumieren ließen. Bspw. im Kanal Wirtschaft. Hängt letztendlich davon ab, ob – wie Du ja selbst geschrieben hast – eine kritische Masse von Blogs zusammen kommt, deren Gespräche ein eigenes Ressort rechtfertigen würden.
Was bei mir ohnehin noch aussteht, ist die individuelle Kalibrierung der jetzigen Themenkanäle. Wenn das getan ist, ist auch das jetzige Ungleichgewicht zwischen den Ressorts beseitigt, so dass Themen jenseits von Technik, Medien und Politik insgesamt mehr Sichtbarkeit bekommen sollten.
Ich halte Dich auf dem Laufenden … und setz Dich bei einigen Mails, die bei mir zum Thema aufliefen, auch mit auf Kopie. Ahoi!
Michael Wenzl schreibt:
@Frank:
Danke, dass Du dem Thema gegenüber so aufgeschlossen bist. Es hat ja auch schon ein/zwei Blogs nach oben “schwimmen” lassen.
Ein eigenes Ressort wäre natürlich ideal. Ich denke aber auch, dass im Moment noch etwas Initiative beim Schreiben und Verlinken untereinander gefragt ist. Bzgl. der Einsortierens in ein anderes Ressort ist es halt so eine Sache. Im Grunde sind die meisten der nachhaltigen Blogs ein eigener Makrokosmos, da geht es mal um Wirtschaft, dann wieder um Technik oder Mode. Das ist aber ein Problem, das es z.B. bei der Eingruppierung bei den Blogcounter ebenso gibt.
Eine Sache die mir mit meinem “Spielzeug Memetracker” aufgefallen ist. Der zeitliche Horizont ist viel weiter als bei den meisten anderen Blogs. Es dauert mitunter Wochen und Monate bis ein Thema “durch” ist. rivva, zumindest ist das mein Eindruck der Startseite, hat einen etwas kürzeren Zeithorizont. Aber das ist wohl auch Sinn der Sache, wenn da nur aktuelle Artikel auftauchen.
Blogs zum Thema Nachhaltigkeit, ein Sandbild und moderne Helden » Kreative Strukturen schreibt:
[...] untereinander vernetzen kann, um neben den Web- und Technikthemen nicht unterzugehen, dem sei Ein erstes Resüme [...]