Losgetreten
Die Dynamik hat uns wieder. Links zu weiteren nachhaltigen Blogs kommen per Kommentar und Mail rein. Ich wusste es doch, dass es nicht mit gut 40 Blogs getan sein kann. Was mir bisher auffällt ist, dass die Eco-Fashion-Szene vergleichsweise gut aufgestellt ist. Die Liste werde ich nach und nach erweitern und auch gleich die nachhaltige Suchmaschine damit füttern.
An den Reaktionen habe ich allerdings bemerkt, dass rivva doch nicht so bekannt ist wie ich angenommen habe. Das kann durchaus an meiner Betriebsblindheit liegen, für mich sind memetracker wie rivva und Google News, neben den RSS Feeds im Reader die tägliche Informationsdosis. Für die Zukunft denke ich, dass semantische Werkzeuge im Web immer wichtiger werden, die klassische Suchmaschinen ablösen oder wenigstens ergänzen werden. Ob und wie sich rivva positiv auf die nachhaltige Blogosphäre auswirken wird, will ich nicht deuten. In jedem Fall wird es nicht negativ sein. Um die Idee hinter rivva zu verstehen, lohnt ein Blick auf die About Seite von rivva, das Manifest bringt es auf den Punkt:
Storytelling. Rivva will darstellen, wie sich eine Story über die Zeit entwickelt, wer sich noch auf einen Artikel bezieht und welche Diskussionsstränge parallel verlaufen.
Schwarmintelligenz. “Sahne”-Beiträge müssen selbstorganisierend nach oben steigen.
Vernetzung. Bisher Unvernetztes soll untereinander vernetzt werden.
Mehr über Frank Westphal, den Macher von rivva, und seine Philosophie gibt es in einem Interview mit ihm.
Eine andere Frage die aufkam, war die nach dem praktischen Nutzen. Das ist natürlich so ein Sache und vor allem auch eine Frage was man als Nutzen für sein Blog ansieht. Ich sehe rivva auf der gleichen Stufe wie Blogdienste ala technorati. Es hilft potentiellen Lesern den Weg zum Blog zu finden. Auf schnöde Zugriffsstatistiken heruntergebrochen, habe ich mir das mal für Die_Farmblogger angesehen. Das Blog wird von rivva erfasst und taucht hin und wieder auf der Startseite auf. Allerdings erst einmal als sog. Leitmedium, in der Regel als reiner Themenbegleiter. Angesehen habe ich mir die Referer, das ist die URL über die, Besucher (unique visitors) zum Blog gekommen sind, seit Jan. 2008.
| Direkter Zugriff | 74,2% |
| Von Suchmaschinen | 21,1% |
| Über andere Webseiten | 4,6% |
Direkter Zugriff, heisst i.d.R. die Leser kommen über Bookmarks oder den Feed Reader, kennen also das Blog schon. Über Suchmaschinen kommen vor allem Neu-Leser, das sind in meinem Fall aber überwiegend Einmal-Leser. Leser die über rivva zum Blog kamen, sind im Punkt “Webseiten” versteckt.. Das ist ein vergleichsweise kleiner Anteil, in dem sich auch die Leser tummeln, die z.B. über andere Blogs oder eben rivva hergefunden haben. Innerhalb dieser kaum fünf Prozent sieht das Verhältnis so aus:
| Verlinkung in Blogs, Wikis, Foren etc. | 40,5% |
| Trackbacks zu anderen Blogs | 21,4% |
| Blogrolls | 19,7% |
| Kommentare auf anderen Blogs | 14,2% |
| Social News (yigg, webnews etc.) | 1,9% |
| rivva | 1,6% |
| technorati | 0,7% |
| Blogcounter | 0,1% |
| Verzeichnisse und Aggregatoren | 0,1% |
Überrascht? Nicht wirklich, am “effektivsten” kommen Leser auf das Blog wenn es in einem anderen Artikel verlinkt ist. Das müssen nicht zwangsläufig Blogs sein, können auch Foren oder Wikis sein. Als nächstes kommen die Trackbacks. Mit jedem Link den man selbst zu einem anderen Blog setzt bringt man Leser zu den eigenen Artikeln, vorausgesetzt natürlich, dass in dem anderen Blog auch die Trackbacks funktionieren. Ähnlich effektiv ist es wenn man in den Blogrolls anderer Autoren steht, je “A-klassiger” das Blog ist umso besser. Bei mir wahrscheinlich ausbaufähig, ist das Kommentieren in anderen Blogs, bei den meisten anderen dürfte der Anteil höher sein. Zusammenfassend lässt sich bis jetzt sagen, dass die Top 4 der Referer durch “Networking” zustande kommen. Aktiv indem man an der Blogosphäre, durch Kommentare und Artikel, teilhabt und passiv dadurch, dass man in Artikeln verlinkt oder durch Blogsrolls “empfohlen” wird. Das steht schon dutzenderweise irgendwo in irgendwelchen Blog-Tutorials geschrieben und wird trotzdem mitunter sträflich vernachlässigt.
Aber die Frage war ja eigentlich was rivva bringt. Da sieht es zahlenmässig nicht so prickelnd aus. Vor allem wenn man es auch noch absolut betrachetet, 1,6% von 4,6% sind 0,07% aller Besucher kamen über rivva auf Die_Farmblogger. Verglichen mit anderen “Wundermitteln zur Besuchersteigerung” wie Social News Seiten, Bogzähldiensten (den sog. Schwanzvergleichen) und Verzeichnissen, steht rivva aber gut da. Selbst das Swiss-Army-Knife der Blogosphäre technorati, führte weniger Leser zum Blog. Jetzt kann ja einfach jeder mal einen Blick in die Seitenleiste seines Blogs werfen und sich fragen wie sinnvoll die dort möglicherweise eingebundenen Backlinks für Counter und Directories sind.
Auf den Punkt gebracht. rivva wird nicht den grossen Boom der Besucherzahlen bringen. Es wird aber andere Vorteile haben. Wir erleben in vito wie gut oder schlecht unsere Vernetzung wirklich ist. Sehen aber auch welche Dynamik sich entwickeln kann, wenn die Floskel Networking plötzlich in die Tat umgesetzt wird. Was passiert können Wir jetzt schon sehen. Wir entdecken neue Blogs – wo waren die nur und warum haben wir sie nicht früher entdeckt, angeblich gibt es doch zig geniale Suchstrategien? Schlagartig gibt es eine Suchmaschine für nachhaltige Webseiten – warum haben Wir die nicht schon lange gemacht? Und ich gehe jede Wette ein, dass in den nächsten Wochen noch einige Ideen ausgegraben werden und hoffentlich auch realisiert werden.
In diesem Sinne, ich bin gespannt was noch passieren wird.
Weitere Artikel vom selben Autor
