Social Umwelt News
Weil es gerade auf treehugger durchgetickert ist. Auf reddit, einem Social Bookmarking/News Dienst, gibt es eine eigene Rubrik für Umweltthemen zu der die Benutzer, ihrer Meinung nach lesenswerte Artikel verlinken können.
Was auffällt ist, dass der Begriff Enviroment verwendet wird und nicht der in den USA ebenfalls sehr verbreitete Begriff Sustainability. Namen sind Schall und Rauch, auf der anderen Seite, kann ich mir nicht vorstellen, dass bei reddit die Namensgebung mal so eben aus dem Bauch heraus stattfindet. Vielleicht ist man auch dort vom Definitionsspielraum beim Terminus Nachhaltigkeit, wie sie hier im Kommentar bereits angesprochen wurde, wenig angetan.
Wenn es um Begrifflichkeiten, oder sagen wir mal Schubladen, geht, bin ich kein grosser Freund von Definitionen. Mit jeder klaren Regel läuft man zwangsläufig Gefahr, gegen selbige zu verstossen. Geht es um meine persönliche Lebensphilosophie, komme ich mit Attributen wie “Grün”, “Öko” oder “Bio” durchaus zurecht. Gleichwohl besteht auch hier die Gefahr der Grenzverletzungen wenn man sich nicht fundamental genug verhält, typisches Beispiel Konsum. Zudem beschreibt keines der Attribute politische, soziale und wirtschaftliche Ideen, auch wenn hin und wieder so etwas in Richtung “Links” hinzugedichtet wird oder pazifistische Grundsätze vorausgesetzt werden. Von daher war ich ganz froh, dass sich irgendwann der Begriff Nachhaltigkeit etabliert hat, der so wie ich ihn verstehe, eine komplette Lebensidee beschreiben kann.
Nun ist auch der Begriff Nachhaltigkeit einer Erosion ausgesetzt. Mein Horrorerlebnis in dem Zusammenhang war der Artikel einer “Fachzeitschrift”, in dem von nachhaltiger Angriffsabwehr, gemeint was eine sog. nicht-tödliche Waffe, die Rede war. Aber auch wenn im Agrarbereich vieles der Farbe nach grün ist, muss nicht zwangsläufig alles nachhaltig sein, wenn es so tituliert wird. Das ist aber wahrscheinlich ein Sache mit der man leben muss, “Bio” sind heute ja auch Treibstoffe und trotzdem gibt es ein Bio-Siegel für Lebensmittel, das klare Richtlinien vorgibt, nachdem im jahrelang mit dem Begriff Schindluder getrieben wurde.
Worauf ich aber eigentlich hinaus will, sind zwei Dinge. Erstens sollte jeder, der sein nachhaltiges Blog in die allfälligen Verzeichnisse wie blogoscoop.net, bloggerei.de etc. einträgt, dort auch Nachhaltigkeit in der Beschreibung und/oder den tags verwenden. Möglich ist auch ein Hinweis an die Betreiber, dass für diesen Themenbereich eine eigene Kategorie sinnvoll wäre. Ansonsten “verstecken” sich die nachhaltigen Blogger immer hinter “Politik”, “Essen und Trinken”, “Lifestyle” oder was sonst passen könnte. Die andere Geschichte ist, dass in Deutschland die Social News/Bookmarking Dienste noch ein Spielzeug der early adaptor sind. Dabei könnte damit der Themenbereich und die darüber schreibenden Blogs sehr gut gepusht werden. Man müsste sich nur auf einen der Dienste (Mister Wong, webnews, ???) einigen und dort regelmässig die Artikel eintragen bzw. bewerten. Es spräche auch nichts gegen die Umweltrubrik von reddit, allerdings besteht dort die Gefahr gegenüber der Unzahl amerikanischer Einträge unterzugehen. Auf Mister Wong hat das konsequente Eintragen im Nachfeld der Biofach 2008 ganz gut funktioniert. Übrigens ohne Absprache zwischen herwig und mir.
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Stephan schreibt:
Deshalb finde ich also nie Blogs zum Thema “Nachhaltigkeit”. Die nutzen immer andere Tags…soso. Gut zu wissen.
Michael Wenzl schreibt:
@Stephan:
Wenn Du alles findest, dann ist es ja in bester Ordnung. Ganz ehrlich, ich finde auch alles was ich suche. Wozu also weiter sich Gedanken machen.
Horst schreibt:
Die Idee sich abzustimmen ist echt gut. Wobei es schwierig ist, wenn das Blog nicht eindeutig “Nachhaltig” ist. Ich benutze ja nach wie vor Ernährungs- und Gesundheitsthemen um nebenbei zur Nachhaltigkeit zu verführen.
Momentan habe ich bei manchen Postings einen Yigg/Webnews sowie Mr. Mong/Delicious-Button.
Wie wäre es, konkrete Stichworte zu überlegen und dann die Blogs allgemein sowie relevante Posts zu Wongen.
In Yigg/Webnews müsste man sich abstimmen, wenn es wirklich interessante News gibt, die man hochbringen will. Wobei ich mir hier das Abstimmen sehr schwer vorstelle.
Michael Wenzl schreibt:
@Horst:
Das Problem mit nicht monothematischen Blogs hat man immer und auch der Begriff Nachhaltigkeit ist dehnbar genug. Ich denke aber wir wissen im Grund alle worauf es hinausläuft.
Diese Buttons habe ich auch in allen möglichen Variationen ausprobiert. Sie werden (noch?) nicht akzeptiert, die meisten Leser wissen wahrscheinlich gar nicht wozu das gut ist.
Bei den Stichworten darf natürlich Nachhaltigkeit nicht fehlen
. Ich finde auch, dass bio, grün und ökologie wichtige tags sind, passen müssen sie halt.
Meinst Du mit Abstimmung, dass man sich einigen muss welcher Artikel “gepusht” wird oder die technische Seite? Letzteres würde ich in einem “Chat” machen, z.B Konferenzraum mit Jabber oder IRC Channel. Danach gibt es einen “Pick of the Day/Week” als Blog-Artikel und “jeder” weiss was zu tun ist.
Für interessante Nachrichten müssen wir halt sorgen
Ein erstes Resüme – Bio Emma schreibt:
[...] Meine persönliche Bewertung des Begriffs „Nachhaltigkeit“ habe ich schon einmal versucht zu beschreiben. Kurz gesagt bedeutet „Nachhaltigkeit“ für mich die Weiterentwicklung ökologischer und [...]