Memetracking

Populäre Memetracker sind z.B. rivva und techmeme, am bekanntesten dürfte wahrscheinlich Google News sein. Wie sie im einzelnen funktionieren lässt sich nur vermuten. Die einfachste Form der Ähnlichkeiten zwischen Artikeln zu erkennen sind Links. Verweise zu einer gemeinsamen Quelle deuten sind ein Indiz für thematische Nähe, aber auch Verweise untereinander deuten auf Ähnlichkeiten hin. Vorteil der Methode ist, dass sie relativ einfach zu realisieren ist. Schwieriger ist da, die Zusammenhänge aus dem Text selbst herzustellen. Ein Stütze können, so wie Horst in einem Kommentar vorgeschlagen hat, vom Autor vergebene Schlagworte (tags) sein. Abgesehen davon, dass viele Blogs die tags nicht mit im RSS Feed publizieren, ist der grösste Nachteil, dass die Vergabe i.d.R. aus dem Bauch heraus geschieht. Innerhalb eines Blogs ist das vertretbar, da die “Unlogik” konsistent ist. Was tun wenn mehrere Schlagwortphilosophien, wie bei einem Aggregator, zusammentreffen?

Ideal wäre ein standartisiertes Verfahren, das die Schlagworte automatisch generiert. Z.Z. ist mir nur ein System bekannt, das so einen Dienst bereitstellt: OpenCalais, ein Dienst von Thomson Reuters. Damit werden Text, im Moment leider nur in Englisch, nach den gleichen Regeln Verschlagwortet, die auch bei Agenturmeldungen zum Einsatz kommen. OpenCalais wird über eine API genutzt und ist kostenlos. Es existiert ein WordPress Plugin, WP Calais Auto Tagger, das die Schnittstelle nutzt um Blogartikel automatisch mit tags zu versehen. Genauso kann OpenCalais auch von einem Aggrgator genutzt werden um Schlagworten zu extrahieren um damit Memes zu erkennen. Polymeme ist ein Dienst der das macht. Allerdings nehmen dort immer noch Redakteuren die eigentliche Beurteilung vor, die automatisch erstellten tags sind nur ein Hilfsmittel.

Ohne automatisierte Verschlagwortung, dafür aber ohne manullen Eingriff, arbeitet “Eureka! Science News“. Ist meiner Idee eines Aggregators für nachhaltige Blogs sehr nahe. Was mir allerdings nicht gefällt, sind die im Volltext zitierten Artikeln und viel schlimmer, dass der Verweis zum Original fehlt. Aber das hatte ich ja schon einmal festgestellt, dass die Amis da nicht so zimperlich sind. In Europa und besonders Deutschland könnte man sich damit schnell unbeliebt machen.


Dieser Artikel wurde verfasst von:  Michael Wenzl
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Dieser Artikel wurde am Montag 18. August 2008 um 15:25 veröffentlicht und ist unter Intern abgelegt. Sie können den Reaktionen mit dem RSS 2.0 Feed folgen. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen trackback auf diesen Artikel setzen.

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