Noch ein Nachhaltigkeits-Metablog
Schon lustig, dass manche Themen regelmässig wieder hochkochen. Neu am Start Sjörn Plitzko von konsumguerilla, er will per RSS Beiträge einsammeln und auf die Originale verweisen. Ich würde das ja eher Aggregator nennen, aber mit Blog im Namen klingt es halt einfach besser.
Interessant wie schlecht teilweise die Kommunikation in der grünen Blogszene ist. Vielleicht hätte ich während des Tests hier auf Bio Emma doch etwas mehr auf den Putz hauen sollen. Nicht um die Exklusivrechte zu sichern, sondern weil ich es für unsinnig halte dauernd das Rad neu zu erfinden. Zu Nachhaltigkeit gehört auch Wiederverwendung. Im weiten Feld der Softwareentwicklung heisst das von den Erfahrungen anderer profitieren. Aber wer weiss vielleicht meldet sich Sjörn ja noch, wenn der Trackback bei ihm aufschlägt
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Michael Wenzl schreibt:
Also pauschal zu nachhaltiger Informationsnutzung fällt mir ehrlich gesagt nichts ein, ist aber glaube ich auch nicht das entscheidende Thema.
schlechte Kommunikation: “Vielleicht hätte ich während des Tests hier auf Bio Emma doch etwas mehr auf den Putz hauen sollen.”
Will sagen, habe das im stillen Kämmerlein vor mich hin gemacht ohne, dass jemand etwas davon mitbekommen hätte. Während des Tests hatte ich ja nur 5 Feeds aggregiert und die Blogbetreiber um die Erlaubnis dazu gefragt. Trotzdem kamen relativ schnell Anfragen von anderen (mehr oder weniger nachhaltigen) Bloggern auch aufgenommen zu werden. Irgendwie ist das Thema also rumgegegangen, aber doch nicht richtig. Die Diskussion um das gleiche Thema vor zwei (?) Jahren mit Mailingliste und so, hast Du ja selbst miterlebt.
Ansonsten bitte ich den smiley am Ende das Absatzes zu beachten, es ist nicht so bierernst gemeint, um daraus eine Grundsatzdiskussion zur Kommunikationstheorie zu machen.
Stephan schreibt:
Wie stellst du dir eine nachhaltige Informationsnutzung vor?
Kannst du das “schlecht” in der Kommunikation der grünen Blobszene mal qualifizieren? Was ist gute Kommunikation, was is schlechte Komm.?
Sjörn Plitzko schreibt:
Hey, für coops stehe ich immer gerne zur Verfügung.
Bisher hörte ich halt immer nur von den Bestrebungen echte Metablogs zu starten, in dem alle Ökoblogger einzeln Beiträge verfassen. Mir hingegen ist wirklich ein einfacher Aggregator vorgeschwebt, in dem der geneigte Ecoist sich einen Überblick über die, von uns aufbereiteten, Neuigkeiten informieren kann.
Liebe Grüße…
Michael Wenzl schreibt:
Hi Sjörn,
ich weiss jetzt nicht wie weit Du das technisch schon abgeackert hast. Falls es da Probleme gibt – ich könnte Bücher schreiben – ist alles lösbar und eigentlich recht einfach.
Ein simpler Aggregator ist schön und recht. Nur gibt es die halt auch schon wie Sand am mehr. Das einzige, das für einen spezialisierten Öko/Grün/Nachhaltigkeits Aggregator spricht, ist die Tatsache, dass bei den “üblichen” Sammlern diese Blogs untergehen.
Für den Nutzer stellt sich die Frage “where is the beef”. Die chronologische Auflistung von Beiträgen ist da bald langweilig und nutzt, das aber nur begrenzt, für SEO. Es muss also etwas drumrum. Mangels Manpower gehe ich gerade den Weg der Semantik und versuche Artikel automatisch zu verknüpfen. Hätte ich eine Redaktion, würde ich das manuell machen, das ist aber (für mich zumindest) nicht zu bezahlen.
So far so well
Micha
p.s. deine Maildresse ist scharf!
Lars schreibt:
wenn ich mich an der stelle kurz einklinken darf. ich war ja eines der versuchskaninchen beim bioemma testlauf vor ein paar monaten.
der aggregator war vom prinzip her fürchterlich und nur dann zu gebrauchen wenn man täglich die neuen artikel durchgesehen hat.
die nachrichten die als social bookmarks reinkamen waren übersichtlicher, da zu jedem artikel der abstact eines lesers bei war. das ist aber ein gutes stück arbeit und die tester waren eigentlich alle der meinung, dass es zu viel zeit kostet wenn man es richtig macht.
Michael Wenzl schreibt:
@Lars:
Ein Teil des Problems war auch das Design des Aggregators. Die Artikel wurden mit dem kompletten Text dargestellt, wenn dann mal 10 neue Artikel da waren, wurde die Seite mitunter einfach zu lang
Stephan schreibt:
Zu “Where is the beef”:
Das Fleisch wäre für mich eine Datenbank der ich Fragen stellen kann. Also wie ich mein Leben besser gestalten könnte. Beispiel: Haussanierung. Da sind handfeste Erfahrungsberichte wie die von Reto eine echte Augenweide. Das wäre das “Beef”. Oder ein Hinweisgeber, der einem sagt, wie man faire Klamotten in seiner Stadt findet. Letztlich müsste sich aus den ganzen Blogbeiträgen ein systematisches Lexikon der Nachhaltigkeit aufbauen.
Und das ist mit einem Akkregator nicht zu schaffen. Wenn semantische Methoden da helfen, dann wäre das nicht schlecht. Aber letztlich könnte man einfach die Best-Practices wissenschaftlich hintermauert in die Wikipedia eintragen und fertig wäre der Lack.
Die Öko-Bloggerei würde sich dann damit beschäftigen, die bestehenden “Ökopedia”-Beiträge zu kritisieren und zu verbessern. Und dem ganzen persönlichen Geschwätz. Das ist ja auch wichtig.
Michael Wenzl schreibt:
@Stephan:
Womit mir wieder bei der Diskussion von vor zwei Jahren sind
Die semantische Analyse kann dem Leser zum einen bei der Quellenerkundung helfen, z.B. wo kommt die Information der Blogger her. Ausserdem können thematisch nahe Artikel gefunden werden. Für denkbar halte ich es auch, damit Georeferenzierung durchzuführen.
Was Du m.E. willst ist eine zentrale Instanz des grünen Wissens. Abgesehen davon, dass so etwas mit sehr viel Arbeit verbunden ist, ist so etwas ja gerade das Gegenteil der verteilten Intelligenz in Blogs. Warum sollten sich die Blogger auf “Geschwätz” beschränken? Gerade die Freiheit zu schreiben was man will, von trivial bis anspuchsvoll ist ja der Vorteil der Blogs.
Die Wikipedia gibt es schon, wenn man da mehr “Öko” unterbringen will, kann das schon jetzt passieren, bzw. hätte in den letzten Jahren schon passiert sein können.
Die Frage ist schlicht, was geht automatisch und wofür ist manpower notwendig. Woran mangelt es wohl vor allem? Vielleicht ist es aber einfach auch nur Bequemlichkeit, dass die letzten Jahre nichts passiert ist obwohl die grundlegenden Ideen eigentlich bekannt sind.
Ich glaube nicht, dass ein einfacher Aggregator oder die semantische Analyse der Weissheit letzter Schluss sind. Aber es ist etwas das gemacht wird, das kann man annehmen oder nicht, der typische Evolutionsprozess im Internet.
Christoph Harrach schreibt:
Hi Michael,
zum Thema Kommunikation: ich habe bioemma gar nicht mitbekommen …
Jaja, ich war auch bei der Mailingliste dabei – gleiches Thema … es scheint aber Berechtigung zu haben.
Ich teile deinen Eindruck, dass je mehr dabei sind, umso unwahrscheinlicher es wird, die inhaltliche Qualität hoch zu halten. Ein Wunsch in der infoüberladenen Welt ist ja Reduzierung auf das wesentliche, auf das Gute.
Und ich denke manpower für eine Redaktion ist ein wesentlicher Engpass. Ich sehe ja selbst bei mir, wie viel Zeit es in Anspruch nimmt, die Quellen zu scouten und Inhalte zu lesen.
Und dann sollte das Ziel des Meta-Blogs genau definiert werden …
LG
C
Manuel schreibt:
Ja, wir müssten das Ding wirklich endlich mal wuppen. Und zwar EIN Portal, nicht mehrere. Leider hat sich herwig nicht mehr gemeldet, weil es ja darum ging, dass die Sache von der Nürnberger Messe gesponsort werden könnte / sollte, darum habe ich das Projekt auch ein wenig nach hinten geschoben.
Wenn wir nen Team von 3-4 Leuten zusammenbekommen (Technik, Redaktion, Betreuung etc.) dann müsste es laufen.
Michael Wenzl schreibt:
@Christoph:
Lass es mich überspitzen. Erst die Ziele definieren und dann überlegen ob ein Metablog (aka Aggregator, Planet…) das ist was den Zielen entspricht.
@Manuel:
Anbetracht der thematischen Nische ist EIN Portal sicher effektiver. Wenn das aber nur dazu führt, dass es “alles Können und Machen” soll und dann nix dabei vorwärts geht, tendiere ich zur verteilten Lösung.
Noch bzgl. der Ziele. Wenn es “nur” darum geht Öko Blogs zu puschen wäre es sinnvoller sich eine gemeinsame Plattform zu suchen, die bereits existiert um dort das Themenfeld nach oben zu bringen. Z.B. konsequent Artikel bei yigg/webnews etc. “nach oben” bewerten, oder bei readers edition eine Nachhaltigkeits Sparte vorschlagen – Reto schreibt dort schon.
Stephan schreibt:
Spontan fällt mir da utopia.de ein.
Ich wüsste keinen Grund, warum gegen Utopia stänkern wöllte, es sei denn, mal will andere Dinge probieren.
Aber gerade auf Utopia finde ich viele praktische Dinge, die ich in manchen Blogs vermisse.
Michael Wenzl schreibt:
@Stephan:
Wer stänkert hier gegen Utopia?
Grundsätzlich könnte man “für die Idee” auch bei Utopia einsteigen. Da ergibt sich dann aber auch das gleiche Problem wie mit einem zu inhaltvollen Portal. Was haben die anderen Blogs davon? Bzw. umgekehrt, was hat Utopia davon wenn plötzlich alle Blogger dort schreiben?
Karsten hatte vor einem dreiviertel Jaher wieder ein “Mehr-Autoren-Blog” vorgeschlagen und derzeit baut er wohl die Nachhall Texter zum Magazin um. Auch eine Geschichte bei der man um der Idee willen mitmachen kann.
Sophie von fairdo hatte dort eine Vorstellungsrunde der nachhaltigen Blogs gestartet, auch da könnte man bestimmt weiter machen und daraus eine Kolumne machen.
Nicht zu vergessen. Ein Konsumlexikon wurde von Ralph begonnen, leider aber mangels Mitstreiter zwischenzeitlich wieder eingestellt.
Aus der Fülle an Möglichkeiten, die es bereits gibt, würde ich schliessen, dass “selber machen” ein wichtiges Argument ist. Für mich ist es sogar zentral, weil mich das Thema semantisches Web interessiert. Ausserdem habe ich die dumme Angewohnheit für andere nur gegen Bezahlung zu arbeiten
Stephan schreibt:
Ich wollte sagen: Je mehr Infos sich auf einer Plattform ansammeln, desto attraktiver wird sie. Hinweise, Ratgeber, HowTos, DIY (do it yourself) passen für mich schlechter in Blogs, da sie ja nach unten mit der Zeit wegrutschen. Da muß man dann die Navigation genau pflegen.
Ich empfinde zur Zeit Blogs eher als verteiltes Forum. Die Orte an denen man sich über Dinge unterhält.
Daraus ergeben sich dann vielleicht Information, die es wert ist, statisch festgehalten und sortiert zu werden. Wo machen? In der Zusammenführungsplattform? Über die Plattform ins Blog linken? In einem Magazin komprimieren?
Beispiel: Würde es auf utopia einen kompletten Ratgeber zum ökologischen Sanieren geben, bräuchte man selber nur noch Feinheiten hinzufügen bzw. regionale Details anführen. Und das würde ich dann auf utopia machen und nicht bei mir im Blog. Die angebotene Information wäre dann bei utopia vollständiger. Man kann auch andere Kriterien an den Haaren herbei ziehen.
Obwohl so eine Aggregation eine Gemeinschaft nach aussen repräsentieren kann. Wobei mir da noch der persönliche Kontakt fehlt. Ich konnte ja zum Ökoblogger-Treffen nicht kommen.
Letztlich könnte man auch ein Schlagwort definieren (“deutsche Ökoblogger”) und die vorhandenen Möglichkeiten nutzen. wikio.net, rivva.de, blogsuche mit Tags. Da haste dann schon deine Zusammenführung.
Michael Wenzl schreibt:
@Stephan:
Die Verteilung ist ja gerade der Vorteil von Blogs, sicher das ist auch mit Nachteilen verbunden. Daran etwas ändern zu wollen führt aber zwangsläufig zur Grundsatzdiskusion ob Blogs sinnvoll sind und im weiteren dazu, was Blogs eigentlich sind. Um bei Deinem Beispiel mit dem Sanierungsratgeber zu bleiben, den wirst Du nur bekommen, wenn Du ihn selbst schreibst.
Aber um auf den eigentlich Punkt zurückzukommen. Die Frage ist was soll ein Metablog sein und was will man unter dem Namen sonst noch alles reinpressen.
Ich sehe das aus meiner rein persönlichen Warte, die das was schön wäre, immer mit dem korreliert was einem die Ressourcen für Möglichkeiten geben. Quasi angewandte Permakultur in der Softwarenetwicklung. Auch wenn es auf der Bio Fach Ideen gab, so etwas liesse sich sponsern, ist das zwar Wertschätzung der Idee, kann aber eine komplexe redaktionelle Plattform nicht dauerhaft finanzieren. Die Motivation muss schon auch einen Teil Altruismus enthalten.
Noch wichtiger als Altruismus ist aber der Wille auch wirklich mal was machen zu wollen und nicht nur darüber zu fabulieren wie toll es wäre wenn man alles machen könnte was einem in den Sinn kommt.
Mein Vorschlag in der Sache ist folgender. Lasst uns ein Metablog (aka. Aggregator) als Anfang nehmen und drumherum eine Plattform schaffen, die schrittweise erweitert wird. Immer mit dem Fokus auf zügige Implementierung. Von Manuel gibt es eine Liste mit Funktionalitäten, die ich in Bezug auf Weiterentwicklung passend halte. Daran könnten wir uns orientieren. Diskussionen um Namen und Domainnamen werden vertagt und eine Plattformentscheidung habe ich bereits getroffen. Alles weitere “friss oder stirb”, wem das nicht gefällt kann sein eigenes Ding machen, das Internet ist gross genug, damit jeder seine Ideen verwirklichen kann.
Worauf ich hinaus will – Bio Emma schreibt:
[...] ich hinaus will 16. August 2008 von Michael Wenzl. Für den Fall, dass in der Diskussion zum Metablog nicht klar geworden ist worauf ich hinaus will, lohnt sich möglicherweise ein Blick auf den [...]
Jonas schreibt:
Hi, das ist schön, das mache ich nämlich auch,
eher als Machbarkeits-Test mittels WordPress & entsprechendem Plugin, unter
http://nachhaltiger.de
Ich gehe dabei ebenfalls mit dem Thema “autoblogging” offen um. Schön, dass es noch weitere dieser Art gibt.
Michael Wenzl schreibt:
@Jonas:
Auf was beziehst Du die Offenheit? Auf Deinem Blog finde ich nichts wo Du das Thema behandelst.
An dem Beispiel kann ich mal schildern, warum ich reine Aggregatoren für poblematisch halte.
1. Die Navigation läuft innerhalb einer Webseite, die mit der Quelle nichts zu tun hat. Erst auf der Detailansicht des aggregierten Artikels kommt man zum Link des Originals.
2. Die Unterscheidung zwischen eigenem und fremden Inhalt ist nur bedingt möglich. In dem konkreten Beispiel taucht überall als Autor Carl Jonas auf, auch wenn der Text nur übernommen wurde.
3. Je nach Länge des Zitats ist die Grenze zum Content Klau schneller erreicht als man meint. Das finden nicht alle lustig, vgl. http://bioemma.de/2008/07/26/gerade-noch-rechtzeitig/
4. Das manuelle Einstellen von fremden Artikeln bringt keine Vorteile gegenüber dem automatischen Aggregieren, so lange keine weiteren Features geboten werden. Z.B. Kontext zu anderen Artikeln herstellen, Quellenanalyse …
Brüder im Geiste - Die_Farmblogger schreibt:
[...] ob und wie so etwas realisiert werden kann. Im Grunde steckt dahinter das gleiche Problem wie im “nachhaltigen Metablog”, wer sich zum Schreiben motiviert fühlt, kann auch sein eigenes Blog beteiben und wenn er das [...]
Reto schreibt:
Zum Glück komme ich erst jetzt dazu, hier mitzulesen … das Thema scheint immer mal wieder aktuell zu werden. Ohne eine Einzelinitiative wird wohl kaum was auf die Beine kommen … Du hast j aschon mal einen Anfang gemacht, Micha, auch wenn ich nicht genau weiss, wohin Bio Emma führen wird …
roland | landscaping.at schreibt:
Liebe Nachhaltigkeits-Blog-Szene,
zu Beginn einmal gleich vielen Dank an Micha für die Initiative. Ich war etwas länger quasi “offline” (bin ich damit schon ein wenig meiner “Nachhaltigkeitspflicht” schuldig geblieben
und habe daher gar nichts davon mitbekommen, dass hier auf BioEmma kräftig etwas weitergeht.
Mir fallen dazu auch viele Dinge ein. Zuerst ein paar grundsätzliche Dinge:
(1) ist die Vermischung von ÖKO und Nachhaltig eigentlich zulässig? Ich sehe darin eine gewaltige Reduzierung. Nachhaltigkeit steht immer auf 3 Beinen: ökologisch, sozial und ökonomisch. Neuerdings wird häufig auch eine 4 Säule propagiert: politisch
(2) Ich finde es gut, dass die Diskussion so vielfältig geführt wird und beim Lesen der Kommentare merke ich auch dass es um Reduktion gehen muss: kurz gesagt um eine Definition der Ziele.
(3) Welches Medium dient der Kommunikation zur Definition der Ziele am Besten? Ein Blog oder eine “Aggregator-Plattform” zerreist diese Kommunikation sehr stark, finde ich. Ein Forum könnte hier durchaus besseres leisten und bietet dazunoch einen neutralen Boden auf dem Jeder ein Thema beginnen kann. Im Zuge der ersten Diskussionen mit Micha habe ich ein derartiges auch bereits auf fairdo begonnen:
http://www.fairdo.net/gruppen/nachhaltigkeitsblogger/
Noch besser wäre meiner Meinung nach aber auch ein Rahmen wie das Bloggertreffen auf der Biofach (wird es das 2009 wieder geben?) oder auch das socialcamp (http://socialcamp.mixxt.de).
Und damit auch kurz zu den Inhalten:
Alle Vorschläge von Social Bookmarking bis Ökopedia sind super, aber die Frage ist ja auch schon gestellt worden: Worum gehts bei BioEmma? Ich arbeite selbst auch seit längerem mit einer eigenen WIki in der ich alle Informationen für mich strukturiert zusammenfasse. Aber im Web suche ich das nicht. Die Vielfalt ist ein zentraler Bestandteil der Nachhaltigkeit und die Initiative von Micha finde ich deswegen gut, weil einfach einmal ein “Versuchsfeld” (Entschuldige die Darstellung) vorhanden ist. Es ist reduziert auf die Blogs und diese sind eben keine Wiki und auch kein Social Bookmarking.
Die Liste der Funktionalitäten von Manuel, die du erwähnst, Micha, wäre natürlich mal interessant. Wo gibts denn die?
Die Finanzierung muss natürlich auch Thema sein, aber das kann erst dann passieren, wenn es klare Ziele und ein Konzept gibt. Im Bereich Informationsverbreitung gibt es zahlreiche Förderungen. Dass sich damit eine kleine Redaktion finanzieren lässt kann ich mir gut vorstellen.
Und zum Schluss noch etwas in den Äther gerufen: Eines der großen Hindernisse für eine nachhaltige Entwicklung ist der Individualismus. Jeder will alles und das nur für sich alleine. Um nachhaltig zu leben müssen wir aber das Gemeinsame in den Vordergrund stellen. Was wäre das bei diesen jetzt laufenden Initiativen?
Michael Wenzl schreibt:
@Reto:
Wenn ich schon wüsste wo es hinführt, wäre mir schon sehr geholfen
@roland:
Genau diese Begriffs- und Methodendiskussion wollte ich vermeiden. Kann sein, dass Nachhaltigkeit der falsche Begriff ist, es kann auch sein, dass ein Forum viel besser als ein Blog ist und wahrscheinlich ist ein Aggregator sogar die schlechteste aller Lösungen.
Worum es geht ist endlich zu einem Resultat zu kommen, das wenn auch mangelhaft ein Kristallisationspunkt für weitere Aktivitäten sein kann. Die perfekte Lösung gibt es eh nicht, wenn überhaupt eine Verschmelzung mehrerer suboptimaler Lösungen. Wenn Du ein Forum für geeignet hältst, dann kommt ein Forum dazu, das Du dann betreuen kannst. Wenn sich jemand findet der einen Redaktionsstab aufbaut der Artikel schreibt, darf sie/er das machen. Wiki, Social Networking ganz wie belieben.
Der Knackpunkt ist, es muss gemacht werden. Über das Thema wird immer nur geredet, während gleichzeitig die technischen Gegebenheiten immer besser werden. Die Akteure, wenn man so will, sind immer noch die gleichen. Woran happerts?
Um die Frage nach Bio Emma zu beantworten. Bio Emma WAR ein Versuch, um die Möglichkeiten auszuloten wie man Nachrichtenquellen zu grünen (oder wie man sie sonst bezeichnen möchte) Themen sammelt und in einer Art Blog-/Presseschau darstellt.
Bio Emma IST ein Blog in dem es um einen Aggregator nachhaltiger/grüner/ökologischer/politischer Blogs geht.
roland | landscaping.at schreibt:
@micha … da kommt es doch ein wenig zu einer vermischung. mir ging es um 2 dinge. einerseits um das WIE der Diskussion und andererseits um das WAS, die Inhalte.
Zum WIE meine ich, dass die Diskussion darüber, was denn entstehen soll (z.B. Nachhaltigkeits-Meta-Blog, Nachhaltigkeits-logger-Plattform, …)hier nicht am richtigen Ort ist, da BIOEMMA eben ein Blog ist bei dem einer (in dem Fall du) die Themen vorgibt und alle anderen kommentieren dazu. Diese Diskussion sollte anderswo geführt werden und das natürlich abseits von dem, was du schon machst – was ich ja ausdrücklich gut finde!!
Zu, WAS: Dass es sich hier (BIOEMMA) um einen Blog handelt und der Aggregator dazu dient, dass andere Blogs einfließen habe ich schon verstanden und finde es explizit gut. Ich finde es schon wichtig, dass hier unterschieden wird zwischen den “Methoden”, denn ob es ein Meta-Blog oder eine Plattform, ein Wiki, … wird ist schon entscheiden wichtig. Du hast dich mit BIOEMMA entschieden, aber in den Kommentaren wird wird nicht BIOEMMA diskutiert, sondern generell die Frage der Vernetzung.
OB Öko oder Naschhaltig ist für mich schon ein Wichtiger Grundsatz, denn wenn sich jemand “Öko-Blogger” nennt, dann ist er noch alneg kein “Nachhaltigkeits-Blogger”. Ich war neulich in einem Seminar, wo es um die Entscheidung ging für die Teilnahme an einem Lehrgang und da hat eine Dame doch tatsächlich folgendes gemeint:
“Ich dachte immer Nachhaltigkeit bezieht sich auf die Ökologie. Wenn das nicht so ist, dann ist der Lehrgang für mich uninteressant!”
Ökoblogger können also durchaus assozial sein oder Ökonomie völlig ignorieren. Damit sind sie aber keinesfalls “nachhaltig”. Das mag etwas kleinlich erscheinen, ist meiner Meinung nach aber gerade bei der derzeitigen Verwaschung des Begriffs sehr entscheidend.
Ob das für Bioemma in deinem fall wichtig ist, ist natürlich deine Entscheidung
Michael Wenzl schreibt:
@roland:
Ich teile Deine Gedankengänge auf einer akademischen Ebene. Die Frage ist doch warum wird immer wieder diskutiert ohne zu einem Ende zu kommen oder wie bei Deinem fairdo Vorstoss, auf Schweigen zu stossen. Entweder interessiert sich niemand für die Fragestellung oder das Thema ist einfach schon durch.
Die Methoden sich bekannt und um die Problematik der begrifflichen Eingrenzung weiss wahrscheinlich auch jeder. In wie weit hat das der Vernetzung gedient? Nur so viel, als jeder wieder daran erinnert wurde, dass da mal was war und man möglicherweise mal erwähnt hat, dass so etwas gut wäre.
Vielleicht ist es Individualismus, Zeitmangel oder einfach nur die Freude am eigenen Wortfluss ohne konkrete Zusagen machen zu müssen. Jedenfalls nicht die Frage was ist Nachhaltigkeit und welche Methoden könnten der Vernetzung dienlich sein.
Bei Begrifflichkeiten gilt für mich momento mori, was heute noch heilig ist, kann morgen schon Ketzerei sein. Zudem haben wir es im deutschsprachigen Raum nicht so dicke an in Frage kommenden Autoren, dass man da noch ein zu enges Raster anlegen kann. Und bei den Methoden ist alles machbar, sofern es gewollt ist.
Pragmatisch betrachtet. Glaubst Du das Forum bei fairdo lebt wieder auf?
Social Umwelt News – Bio Emma schreibt:
[...] Vielleicht ist man auch dort vom Definitionsspielraum beim Terminus Nachhaltigkeit, wie sie hier im Kommentar bereits angesprochen wurde, wenig [...]